Meinung : Ausverkauf

„Kaufen Spekulanten den Osten auf?“

vom 11. August

Skandalös, wie finanzkräftige Spekulanten, sog. Investoren und Konzerne den Osten überrennen. Noch skandalöser ist, dass das offenbar mit Einverständnis der Politik geschieht. Im Übrigen zeigt sich hier der ganze Irrsinn des Biosprits. Gutes Ackerland wird mit Monokultur überzogen, mit der Finanzjongleure hohe Gewinne machen, während Bauern um ihre Existenz fürchten. Dass der Ackerboden durch die Monokultur austrocknet, interessiert die Politik nicht die Bohne, die Investoren schon gar nicht. Letztere werden von der Bundesregierung mit Unsummen von Geld gepäppelt. Finanzminister Wolfgang Schäuble, nur auf hohe Steuereinnahmen bedacht, setzt eins drauf, indem er verfügt und darauf besteht, es müsse der „aktuelle Verkehrswert“ gefordert werden, um maximale Einnahmen zu erzielen“. Der Ausverkauf des Ostens scheint in vollem Gange. Es gab westliche Unternehmen, die östliche Firmen aufgekauft haben, nur um sie danach zu schließen und als lästige Konkurrenz auszuschalten. Der Landraub durch finanzkräftige Käufer ist ein anderes Beispiel. Dass auch Teile des ostdeutschen Bauernverbandes und andere Nutznießer wie alte LPG-Kader in diese Kerbe hauen, macht die Sache nur noch schlimmer und zeigt, wie sich ostdeutsche Profiteure korrumpieren lassen, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Der von den Sowjets enteignete Adel wäre sicher nicht so brutal mit seinem Land umgesprungen, wäre nach der Wende die Enteignung rückgängig gemacht worden.

Burkhard Koettlitz, Berlin-Wilmersdorf

0 Kommentare

Neuester Kommentar