Autoindustrie : Chinas Volk will Wagen

Wer jemals auf der Stadtautobahn von Peking in einen Stau geraten ist – was rund um die Uhr möglich ist –, der hat viel über die Autoindustrie gelernt.

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Jedes fünfte Auto in Peking müsste rechnerisch ein Modell aus dem VW-Konzern gewesen sein. Der deutsche Hersteller hat in China einen Marktanteil von fast 20 Prozent. Im ersten Halbjahr hat VW in dem Land beinahe doppelt so viele Autos wie auf dem Heimatmarkt verkauft. Gerade hat der Wolfsburger Konzern den Bau seiner zehnten Fabrik in China angekündigt. Die Zahlen verdeutlichen: Das Wachstum der Industrie kommt aus den Schwellenländern. Die aufgeregte Debatte um die Abwrackprämie hat vergessen lassen, dass drei von vier deutschen Autos im Ausland verkauft werden. Von dort kommt aber nicht nur das Wachstum. Die chinesischen Mega-Metropolen führen der Industrie ebenso vor Augen, wo die Grenzen des Individualverkehrs liegen. Die Hoffnung manches Automanagers, in Peking die lästige Klimafrage loszuwerden, trügt. In ein paar Jahren wird sie neu und drängender gestellt: von selbstbewussten Mittelschichten, die nicht in ihren deutschen Limousinen im Stau ersticken wollen.

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