Automobilindustrie : Im Leerlauf

Wer nicht muss, kauft kein Auto mehr - weil niemand weiß, wann und wie der Staat in den kommenden Monaten die Hand aufhält, oder Geld verteilt. So wird der Konjunkturmotor zur Konjunkturbremse.

Henrik Mortsiefer

Autofahren ist teuer, nicht zuletzt, weil der Staat die Hand aufhält. Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, Bußgelder – überall kassiert er mit. Wer ein neues Auto anschafft, weiß das. Vom Kauf abgehalten hat es wenige, denn auf die teuren Rahmenbedingungen war Verlass. Seit einigen Monaten ist das anders. Wer nicht muss, kauft kein Auto mehr, weil niemand weiß, wann und wie der Staat in den kommenden Monaten die Hand aufhält – oder Geld verteilt. Das Paradoxe daran: Autofahren dürfte kurzfristig sogar billiger werden. Gibt es einen Zuschuss für saubere Neuwagen? Wie geht es nach dem Auslaufen der befristeten Kfz-Steuerbefreiung für abgasarme Autos weiter? Wann kommt die CO2-basierte Kfz-Steuer? Werden für Gebrauchte Abwrackprämien gezahlt?

Seit Monaten wird über staatliche Klimavorgaben, Kaufanreize und Krisenhilfen diskutiert, die spürbare Folgen für den Geldbeutel der Verbraucher hätten. Doch es wird nur diskutiert. Passiert ist (fast) nichts. Beim Thema CO2 hat daran auch die bremsende Autolobby ihren Anteil. Der geplante Konjunkturmotor wird so zur Konjunkturbremse. Die Politik muss jetzt handeln. Sonst würgt sie den Motor ab. mot

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