Autonome und der 1. Mai : Ein Schritt zu spät

Flammen im Mauerpark, massive Angriffe gegen den Computerkonzern SAP oder die Verdi-Zentrale, angezündete Autos – Berlins Linksradikale legen im Kampf gegen das verhasste System ein paar Sonderschichten ein. Ein Warnzeichen vor dem 1. Mai.

Gerd Nowakowski

Befeuert von der Gewalt gegen die Nato in Straßburg und vom G-20-Treffen in London soll der Protest offenbar bis zur traditionellen 1.-Mai- Randale verlängert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass am 1. Mai auch die O2-Arena zum Einsatzort werden könnte, wenn beim Finale von Europas Basketballern die Hooligans der verfeindeten Mannschaften aufeinandertreffen. Vieles spricht dafür, dass Berlins Polizei der schwierigste Einsatz seit Jahren bevorsteht. Gut gerüstet wirkt sie nicht. Schon jetzt steht die Polizei den blitzschnell zuschlagenden Autozündlern oder dem zweimal aus dem Nichts auftauchenden Randalemob bei SAP einigermaßen hilflos gegenüber. Die Radikalen sind flexibler geworden, sie informieren sich über die Internetplattform Indymedia oder verabreden sich kurzfristig im Netz zu Aktionen – und die Polizei hechelt hinterher. Am 1. Mai hilft ihr nur eine gescheite Strategie, um schnell genug an wechselnden Orten präsent zu sein. gn

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