Autos aus Deutschland : Schmutzig, durstig, schwer

Der Präsident des Verbands der deutschen Autoindustrie versteht es wie im Showroom eines Autohauses, deutsche Hersteller als innovativ und umweltfreundlich darzustellen. Trotzdem hat er ein Problem: Man glaubt ihm nicht mehr.

Der Präsident des Verbands der deutschen Autoindustrie, Matthias Wissmann, ist ein guter Verkäufer. Der Ex-Verkehrsminister versteht es wie im Showroom eines Autohauses, deutsche Hersteller als innovativ und umweltfreundlich darzustellen. Zugleich ist er nah genug an der Politik, um unliebsame Gesetze von der Industrie fernzuhalten. Trotz dieser doppelt günstigen Ausgangslage haben Wissmann und seine Branche ein Problem: Man glaubt ihnen nicht mehr. Denn deutsche Autos schneiden im internationalen Vergleich bei CO2-Ausstoß und Benzinverbrauch schlecht ab. Sie sind sicher, schnell und gut verarbeitet – aber sie sind auch schmutzig, durstig und schwer. Das führt zu einer doppelt ungünstigen Ausgangslage auf dem Automarkt: die knauserigen, aber zunehmend umweltbewussten Verbraucher fahren lieber ihren alten Wagen oder sie kaufen einen Toyota, Renault oder Fiat. Das „grüne“ Angebot der Deutschen (siehe BMW) ist zu klein oder zu teuer. Ein Beispiel: der neue VW-Golf verbraucht nur 700 Milliliter Sprit weniger als das Modell von 2001. Wer Marktführer bleiben will, muss mehr bieten. Und der Autopräsident wäre glaubwürdiger. mot

0 Kommentare

Neuester Kommentar