Meinung : Balkan-Konflikt: Gefährlicher Schmusekurs

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Gegner können über Nacht zu Partnern werden. Vor knapp zwei Jahren begann die Nato mit den Luftangriffen gegen Jugoslawien. Heute setzt sie auf die Streitkräfte dieses Landes, um sich aus der Patsche helfen zu lassen. Und Jugoslawiens Präsident denkt laut über eine Annäherung an die ehemaligen "Aggressoren" nach. Nato und Belgrad plötzlich als Verbündete im Kampf gegen albanische Extremisten? Es ist mehr aus Not als aus Überzeugung, dass die Nato die jugoslawischen Truppen einlädt, in die Pufferzone im Dreieck zwischen Südserbien und Kosovo zurückzukehren. Die Kfor hätte die Aufgabe gehabt, die Grenzen zu sichern und die UCK zu entwaffnen. Die Nato wollte jedoch das Leben ihrer Soldaten nicht gefährden und ist einer Konfrontation mit den Albanern aus dem Weg gegangen. Heute hat sich die mächtigste Militärallianz im Vakuum der Pufferzonen und Grenzübergänge ein Problem eingehandelt, das sie nicht so leicht wieder los wird. Die jugoslawische Armee wird da mit weniger Skrupel vorgehen. Es sind zum Teil dieselben Einheiten, die vorher im Kosovo Kriegsverbrechen begangen haben. Die Rückkehr der serbischen Soldaten und Polizisten darf also nur unter klaren Vorgaben und strenger Überwachung der Nato erfolgen. Andernfalls ist eine weitere Eskalation vorprogrammiert.

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