Banken helfen Griechenland : Kein Opfer

Die Bereitschaft der Finanzinstitute, jetzt Anleihen bei der staatlichen KfW-Bank zu zeichnen, ist kein Opfer. Eher ist es Augenwischerei.

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Ein Opfer sieht anders aus. Einen „spürbaren, positiven Beitrag“ wollen die deutschen Banken und Versicherungen bei der Rettungsaktion für Griechenland leisten, „im Bewusstsein unserer europäischen Verantwortung“, heißt es in einer Erklärung. Doch was Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann da so salbungsvoll verspricht, ist nichts anderes als sein tägliches Geschäft. Die Banken wollen den Kreditrahmen, den sie den Griechen bisher eingeräumt haben, nicht einschränken. Wie großzügig. Zu welchem Zinssatz die Griechen das Geld bekommen werden, wollte Ackermann nicht sagen. Fest steht: Sein Haus wird daran verdienen, solange EU und IWF das Land unterstützen, sogar mit ziemlicher Sicherheit. Auch die Bereitschaft der Institute, jetzt Anleihen bei der staatlichen KfW-Bank zu zeichnen, ist kein Opfer. Eher ist es Augenwischerei. Die KfW muss in diesem Jahr überhaupt keine zusätzlichen Kredite aufnehmen, um den Griechen Geld leihen zu können. Und selbst wenn: KfW-Anleihen sind eine extrem sichere Anlage. Darum haben fast alle deutschen Finanzinstitute diese Papiere längst in ihren Büchern. Die Erklärung der deutschen Banken mag dazu beitragen, die Märkte ein wenig zu besänftigen. Das schlechte Gewissen, dass Politik und Finanzwirtschaft haben sollten, weil das internationale Spekulantentum noch immer zocken kann, beruhigt sie nicht.

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