Banken im Test : Beraten und verkauft

Es reicht. Drei Jahre dauert die Finanzkrise jetzt an und genauso lange schon beteuern die Banken, dass sie ihre Kunden in Zukunft besser und ehrlicher beraten wollen. Der aktuelle Finanztest zeigt, dass sich im Grunde nicht viel getan hat.

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Staatlich verordnete Beratungsprotokolle helfen hier offenbar kaum weiter, in vielen Fällen werden sie einfach ignoriert. Anstatt Banken und Bürger mit noch mehr Papierkram zu belasten, sollte die Politik endlich die Grundsatzfrage stellen: Wie ehrlich kann jemand beraten, der für jedes Produkt, das er verkauft, eine Provision kassiert? Dass der Schuhverkäufer geneigt ist, das teuerste Produkt zu empfehlen, weiß der Kunde und vergleicht selbst die Preise. Bei Bankprodukten ist das schwierig. Sie sind in der Regel komplizierter und es geht um viel Geld, um die Altersvorsorge zum Beispiel. Darum dürfen die Berater hier nicht unter Verkaufsdruck stehen. Großbritannien macht es vor. Ab 2012 sind Provisionen für Wertpapierberatung verboten. Wer sich beraten lassen will, bezahlt dafür ein Honorar und darf dafür eine ehrliche Meinung erwarten. Dass Banken eigene Produkte anbieten und damit Geld verdienen wollen, ist völlig in Ordnung. Aber dann sollen sie sich Verkäufer nennen, nicht Berater.

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