Banken-Rettungsprogramm : Büßen und beten

Endlich! Seit knapp zwei Wochen ist das staatliche Rettungsprogramm für die Banken in Kraft. Doch erst jetzt sieht es so aus, als werde es mit Leben gefüllt. Führende Banken erwägen, die Bürgschaften des Staates für Kredite in Anspruch zu nehmen – den zwar wenig spektakulären, aber sicherlich wichtigsten Teil des Pakets. Der Staat soll für die Sicherheit des Kreditverkehrs zwischen den Banken garantieren und so ein Stück des verlorengegangenen Vertrauens zurückbringen. Sogar die Deutsche Bank, die sich bisher allen Hilfen verweigert hatte, um als Gewinner der Krise dazustehen, ist offenbar dabei. Das ist ein gutes Zeichen. Nun müssen die Banken den Schritt aber auch tatsächlich machen. Zu lange haben sie gezögert, teils aus Angst, den Börsenkurs zu ruinieren, teils aus persönlicher Eitelkeit. Wer Jahrzehnte die Selbstheilungskräfte des Marktes verinnerlicht und gepredigt hat, der tut sich schwer, nun beim Staat Schutz zu suchen. Dies gilt umso mehr für den zweiten Teil des Pakets, die staatlichen Kapitalhilfen. Hier wird es noch schwieriger sein, bedürftige Banken von der Annahme zu überzeugen. Denn wer Kapital vom Staat braucht, dem geht es schlecht, so ist die Logik der Börse. Hier werden auch gute Worte von Finanzminister Peer Steinbrück nicht nutzen. Wer das Geld nötig hat, der muss es nehmen – und notfalls dazu gezwungen werden. Sonst leidet die gesamte Wirtschaft. stek

Seiten 1 und 17

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