Bankenrettung in den USA : Kein Bonus für Obama

Hätten Barack Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner den Plan zur Rettung der Banken vor fünf Wochen vorgelegt, hätte Obama als neuer Roosevelt gegolten. Doch jetzt ist die Geduld erschöpft.

Der Ton wird ruppiger. Hätten Barack Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner diesen Plan vor fünf Wochen vorgelegt, hätte er zur Hagiografie beigetragen: Obama als ein neuer Roosevelt, der die Nation mit einem „New Deal“ aus der großen Depression rettet. Doch jetzt ist die Geduld erschöpft, der Unmut über die Folgen der Krise wächst. Er richtet sich vor allem gegen Geithner. Nach wenigen Wochen ist er angeschlagen, Republikaner fordern seinen Rücktritt. Seine Ernennung war überschattet von unvollständigen Steuerzahlungen. Sein erster Bankenrettungsplan fiel durch: Schnelligkeit sei vor Sorgfalt gegangen. Zuletzt verwickelte er sich in der öffentlichen Aufregung über Boni für Manager, deren Firmen nur dank Staatshilfe überleben, in Widersprüche. Seit wann wusste er von den Zahlungen? Nun soll also der Staat den Aufkauf fauler Kreditpapiere durch private Investoren mit einer Billion Dollar subventionieren. Die Börse reagiert erleichtert, das Kommentariat ungnädig. Das sei nur eine Kopie des Plans, der unter Bush verworfen wurde, weil er die Risiken dem Staat aufbürde, die Gewinnchancen dagegen privatisiere. Geithner braucht rasch einen sichtbaren Erfolg. Sonst ist er nicht mehr lange Minister. cvm

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