Meinung : Bankgesellschaft Berlin: Zwischen Wahlkampf und Wahrheit

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So hatten sich die Hannoveraner das gedacht: Erst bringt das Land Berlin Ende August ganz allein zwei Milliarden Euro Kapital für die angeschlagene Bankgesellschaft auf. Dann pickt sich die Norddeutsche Landesbank NordLB im Herbst das interessante Kapitalmarkt- und Großkundengeschäft heraus, und der deutsche Sparkassenverbund übernimmt die Berliner Sparkasse. Und zum Schluss schließt der Berliner Senat alle Geschäftsbereiche, die dann noch übrig bleiben und finanzielle Risiken bergen.

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Die Krise der Bankgesellschaft Berlin Mitten im Wahlkampf, so das Kalkül der NordLB, wird Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit jeden Strohhalm ergreifen, um bis zum Wahltag - wie versprochen - eine Lösung für den Schuldenkonzern zu präsentieren. Womit die Niedersachsen nicht gerechnet haben: Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) fehlt - weil sie erst seit ein paar Wochen in Berlin mitregiert - jedes Schuldbewusstsein für die frühere Misswirtschaft der Bankgesellschaft. Warum, kann sie deshalb unbefangen fragen, sollte Berlin allein auf den Trümmern der Bank sitzen bleiben, während sich die NordLB, die als Großaktionär Mitschuld trifft, mit lukrativen Geschäftsbereichen schadlos hält? Und warum sollte die öffentliche Bank NordLB in Zukunft ein besserer Eigentümer für das Berliner Kreditinstitut sein als private Banken, die ebenfalls Interesse bekundet haben? Die Senatorin, so scheint es, nimmt ihr Ziel, die beste Lösung für die Berliner Banken zu suchen, ernst. Wer in Zukunft Eigentümer der größten Bank in Berlin sein wird, ist noch lange nicht ausgemacht. Hoffentlich wird die Senatorin im Herbst nicht von Wahlkämpfer Wowereit ausgebremst.

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