Meinung : Basta gegen Beton

SCHRÖDER BEI DER IG METALL

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Der Kanzler steht. Auch bei der IG Metall. Da, wo früher die Freunde waren, wird Gerhard Schröder nun mit Pfiffen empfangen; offensichtlich hat sich in diesem Land in den letzten Monaten etwas verändert. Schröder ist zum Gewerkschaftstag gekommen, um der kämpferischsten deutschen Gewerkschaft seine Politik zu erklären. Und er schlägt einen großen Bogen, kommt über das Kosovo und Afghanistan, um in der deutschen Schule zu landen. Die Botschaft: Wir sind nicht allein auf der Welt, wir hängen mittendrin in der internationalen Zusammenarbeit. Und das hat Konsequenzen für uns, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen. Schröder hat Recht, wenn er höhere Ausgaben für Forschung, Kinderbetreuung sowie das Bildungswesen fordert. Und nur die betonköpfigsten Metaller werden ihm widersprechen, wenn er die Notwendigkeit von Reformen anspricht; es sind nicht zuletzt die Gewerkschaftsmitglieder, die immer höhere Beiträge für Renten und Krankenversicherung zahlen. Doch so richtig Schröder in vielen Diagnosen liegt, so fragwürdig verkauft er seine Therapie. „Es geht nicht anders und deshalb machen wir es“ – das ist Basta-Politik, die nicht sehr weit reicht. Der Kanzler hat nicht gewackelt im Lager des Feindes, überzeugt hat er auch nicht. Dazu hätte er erklären müssen, wie die Absenkung des Spitzensteuersatzes mit der Kürzung der Arbeitslosenhilfe zusammenpasst. alf

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