Bauen in Berlin : Showtime!

Eine gute Show ist schon was. Und das war sie, die Verkündung der spektakulären Pläne für den Neubau von zigtausend städtischen Wohnungen in Berlin fast ohne Einsatz von Haushaltsmitteln. Aber der ganze Zauber wirkte nur so lange, wie die Kaufleute ihre spitze Feder nicht zückten. Jetzt ist der geniale Coup als Taschenspielertrick enttarnt. Warum die Fraktionsspitzen nicht vorher jene konsultierten, auf deren Schultern das Bauprogramm lasten soll, bleibt ihr Geheimnis. Wenn es aber stimmt, was die Chefs der als finanzstark geltenden größten landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo nun erklärten, dann ist ihre Firma heute schon so hoch verschuldet, dass sie ohne kräftige Kapitalspritze des Landes auch keine zusätzlichen Kredite für weitere Neubauten bekommt. Das wird bei vielen anderen städtischen Firmen ähnlich sein. Der Finanzsenator darf sich ins Fäustchen lachen, sind ihm doch die politischen Newcomer der SPD, Stöß und Saleh, von links außen mitten ins Messer gelaufen. Gut möglich ist aber auch, dass sie nun Nußbaum zwingen, seine Schatullen zu öffnen, um in das politische Kernprojekt dieser Koalition zu investieren: die Bekämpfung der Wohnungsnot. Kurzum, auf die Show folgt der Showdown. ball

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