BBI und die Flugrouten : Die Richtung stimmt

Die neuen Vorschläge der Fluglärmkommission entlasten den Südwesten Berlins und beachten auch die Interessen der Bürger in Treptow-Köpenick. Die letzte Entscheidung wird aber von der Politik gefällt - und die lässt sich von Bürgerprotesten beeindrucken.

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Wahrscheinlich werden auch diesmal nicht alle Bürgerinitiativen mit dem zufrieden sein, was die Fluglärmkommission als Vorzugsvarianten für die An- und Abflüge zum und vom neuen Flughafen BBI vorgelegt hat. Immerhin waren nun auch die Vertreter der Gemeinden Schöneiche, Hoppegarten und Woltersdorf dabei, die ihre Interessen bislang nicht durch die Kommission vertreten sahen. Die Empfehlungen der 38 Mitglieder werden aber umso ausgewogener sein, je umfangreicher wirklich alle von den Flugrouten tangierten Gemeinden und Stadtbezirke Berlins in den Dialog eingebunden werden.

Die neuen Vorschläge der Kommission entlasten den Südwesten Berlins und beachten auch die schutzwürdigen Interessen der Bürger im Bereich Treptow-Köpenick. Ob durch die vorgelegten Kompromisse nun statt der Menschen ein Vogelschutzgebiet am Rangsdorfer See gefährdet ist, wird letztlich, nach einer Beschwerde, auf der europäischen Ebene bewertet werden.

Spannend kann es noch einmal bei der Kommissionssitzung am 11. April werden. Dann steht die Frage an, wann die Piloten der startenden Maschinen die vorgegebenen Routen verlassen dürfen. Können sie in eine enge Kurve einschwenken und damit den westlichen Stadtrand überfliegen, oder erzwingt die Kommission eine weite Kurve um die Stadt herum? Da die Flugsicherung, bei der das letzte Wort liegt, dem Bundesverkehrsministerium untersteht, fällt letztlich die Politik die Entscheidung. Die lässt sich – seit Stuttgart 21 mehr denn je – von Bürgerprotesten sehr wohl beeindrucken. Im September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Bis zum Wahltag haben die Bürger also die Möglichkeiten, die Parteien unter Druck zu setzen. Einer Partei nicht die Stimme zu geben, die sich bei einem so brisanten Thema wie der Flugroutengestaltung nicht in erster Linie vom Gesundheitsschutz für die Bürger leiten lässt, ist nichts als bewusste Nutzung des Wahlrechtes.

Nur so ist garantiert, dass am Ende nicht die wirtschaftlichsten, sondern die akzeptabelsten Flugrouten gefunden werden. Sage niemand, 20 oder 30 Kilometer längere Strecken beim An- oder Abflug würden eine der beteiligten Airlines in den Ruin treiben oder zur Einstellung von Flugverbindungen wegen Unrentabilität führen.

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