Meinung : „Beckham ist ein Superstar:

Joachim Huber

Er fährt sieben bis acht Autos.“

Sprüche, auch der unsinnigen Art wie über den englischen Fußballer David Beckham, bringt Wolf-Dieter Poschmann nicht selten. Das kann auch nicht anders sein, Poschmann ist überlastet. Er leidet unter dem Chef-Syndrom: Er leitet die ZDF-Sportredaktion, er moderiert viele Sendungen, und er leitet sie zugleich. Für einen allein ist das zu viel, es macht den Kölner fahrig und unüberlegt. Andererseits ist der 53-jährige Journalist der festen Überzeugung, dass er so vieles machen muss, weil sich im ZDF-Rund kein Besserer findet. Sein Führungsstil ist derart rustikal, dass sich Kollegen in die Frühpension geflüchtet haben. Nun gut, Poschmann hat als erfolgreicher Mittelstreckler die Härte und die Einsamkeit des Läufers kennen gelernt, er ist ein harter Hund, hart auch gegen sich selbst – Poschmann gilt als Arbeitstier. Immer ein Ziel vor Augen, studierte er erst an der Sporthochschule Köln, dann für das Lehramt, begann 1985 eine Hospitanz in der ZDF-Sportredaktion. Später, als Moderator, Redakteur, als exzellenter Leichtathletik-Kommentator und Sportchef, muss ihn die schlimmste aller TVKrankheiten befallen haben: „Ich gehöre auf den Bildschirm“, bevorzugt bei Großevents. Heute, bei der Übertragung des Fußball-Länderspiels gegen Brasilien, bildet Poschmann mit Franz Beckenbauer wieder das Experten-Duo. Eine gefährliche Frage droht: „Und wie sieht’s in Brasilien aus, dem Mutterland des Fußballs?“

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