Meinung : Bedenklich

„Im Blick: Treitschke bleibt Treitschke“ vom 23. Dezember

„Die Juden sind unser Unglück!“ – so hat der Historiker und Reichstagsabgeordnete Heinrich Gotthardt von Treitschke Ende des vorletzten Jahrhunderts argumentiert und den Juden auch die Zugehörigkeit zum deutschen Volk abgesprochen. Fünfzig Jahre später sind seine theoretisch vorgetragenen „Wünsche“ in aller Grausamkeit umgesetzt worden. Somit muss davon ausgegangen werden, dass der Herr von Treitschke einer der geistigen Wegbereiter des 50 Jahre später erfolgten Holocausts ist. Ich frage mich, ob ich in einer Straße wohnen möchte, die den Namen dieses Antisemiten trägt, und kann diese Frage mit einem klaren Nein beantworten.

Unverständlicherweise hat aber die Mehrheit der Anwohner keine Probleme, in einer Straße mit einem derart belasteten Namen zu wohnen.

Georg Härpfer, Berlin-Tempelhof

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