Benzinpreis und Kartell : Ganz legal

Das Fünfer-Oligopol Aral/BP, Shell, Jet, Esso und Total beherrscht den Tankstellenmarkt und diktiert die Preise. Illegal ist das aber nicht, das Kartellamt kann nichts tun. Der Verbraucher muss selbst die Initiative ergreifen.

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Das Kartellamt kommt nach drei Jahren Prüfung zu dem Ergebnis, dass die fünf Mineralölkonzerne Aral/BP, Shell, Jet, Esso und Total den deutschen Tankstellenmarkt fest im Griff haben. Das Fünfer-Oligopol funktioniert aber, anders als viele vermuten, ohne illegale Preisabsprachen. Elektronik sorgt für Transparenz, zur Freude der Konzerne und zu Lasten der Kunden. Fazit: Benzin könnte billiger sein, wenn der Wettbewerb funktionieren würde. Man kann darin eine Kapitulation vor dem Kapitalismus sehen oder einen Sieg der unsichtbaren Hand. So oder so ist der Benzinpreis ein Aufreger, kein Oligopol wird so skandalisiert. Dabei gibt es sie auch im Einzelhandel, auf dem Strommarkt, beim Mobilfunk, bei Kaffee und Zigaretten. Wenn es um ihre (häufig spritschluckenden) Autos geht, kennen die Deutschen keinen Spaß. Gleichwohl sollte man die Erkenntnisse der Wettbewerbshüter nicht bagatellisieren. Bis hierher und nicht weiter, lautet die Warnung an die Multis. Auch die Verbraucher sollten handeln, statt zu jammern. Sprit ist Sprit, es muss kein Markenprodukt sein. Die nächste freie Tankstelle ist nicht weit. Und: Wer weniger verbraucht, muss seltener tanken.

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