Benzinpreis : Wie geschmiert

Das tut weh: 1,78 Euro für einen Liter Superplus mussten Berliner am Montag zahlen, rund 90 Euro für eine Tankfüllung. Autofahren ist ein teurer Spaß geworden. Dabei kann man sich natürlich über den Spaßbegriff beim Autofahren streiten. Für viele ist der Individualverkehr ein Ärgernis und Auslaufmodell. Strafe muss daher sein: Der Treibstoff für die Dreckschleudern ist noch zu billig. Viel fehlt ja auch nicht mehr bis zur Schmerzgrenze von (umgerechnet) fünf D-Mark, die die Grünen einst als angemessen für den Liter forderten. Doch wer so argumentiert, spielt der Mineralölindustrie in die Hand, gewissermaßen dem natürlichen Feind der Anti-Auto-Fraktion. Ob man das Auto liebt, hasst oder braucht: Diskutiert werden muss die Preisgestaltung an der Zapfsäule. Mag sein, dass Öl und Euro den Trend setzen. Darüber hinaus haben die Konzerne aber Freiheiten, die den Verdacht nahelegen, dass der Preis nicht immer mit Angebot und Nachfrage zu tun hat. Mehr Durchblick und gegebenenfalls Sanktionen sind nötig. Eine Markttransparenzstelle ist richtig. Deshalb wird Benzin auf lange Sicht trotzdem nicht billiger. Denn das Kartellamt kann ein Naturgesetz nicht aufheben: Die Menge an Öl ist endlich. mot

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