Bericht des Behindertenbeauftragten : Schneller, höher, stärker

In einer Woche beginnen in London die Paralympics, und wenn es ein Motto gibt, das zum Welttreffen des Behindertensports passt, dann das olympische: citius, altius, fortius – schneller, höher, stärker. Das gilt für die Athleten, die immer bessere Trainingsmöglichkeiten und technische Hilfen nutzen, das gilt für die Veranstaltung selbst. 2,5 Millionen Zuschauer werden erwartet, mehr als je zuvor. Parallel dazu gibt es erste Versuche der Inklusion: Der beinamputierte südafrikanische Läufer Oscar Pistorius startete bei den Olympischen Spielen mit Prothesen. Also alles bestens? Nein!, ruft da der Berliner Behindertenbeauftragte und legt einen Mängelbericht vor. Hier fehlt ein Aufzug, dort eine Markierung, hier ein Geländer, dort gibt’s Stolperfallen, und die Inklusion in den Schulen – ein Desaster. Also alles Murks, jenseits des paralympischen Glanzes? Nein, auch das nicht. Wer die Entwicklung sieht, sagen wir: seit der Berliner Olympiabewerbung 2000, die neben vielen Peinlichkeiten einen brillanten Teil hatte, nämlich das Konzept für die Paralympics, stellt fest, wie viel sich getan hat. Der Behindertenbeauftragte muss über Behinderungen klagen, damit es immer besser wird, das ist sein Job. Aber das Leben behinderter Menschen wandelt sich, wie sich ihre Möglichkeiten und Probleme wandeln. Die behindertengerechte Stadt muss ein Ziel sein und bleiben – ein Zustand wird sie nie. lom

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