Berlin 2: Sekundarschulen : Unreifezeugnisse

Ziemlich kleinlaut hat Berlins Bildungsverwaltung die verheerenden Ergebnisse der neuen Prüfungen zur Berufsbildungsreife ins Netz stellen lassen. Das schlechte Abschneiden der Neuntklässler war der Bildungssenatorin bislang keine kommentierende Zeile wert. Zu groß ist offenbar die Befürchtung ihrer Behörde, dass der Befund ein negatives Licht auf die neuen Sekundarschulen werfen könnte, deren erster Jahrgang hier getestet wurde. So viel Defensive ist allerdings fehl am Platz: Niemand durfte erwarten, dass die große Masse der Berliner Problemschüler plötzlich verschwinden würde, nur weil es keine Hauptschulen mehr gibt. Im Gegenteil: Ein Jahrgang wurde getestet, der drei schwierige Reformjahre hinter sich hat. Wer hier Wunder erwartete, ist selber schuld. Allerdings werfen die schwachen Mathematikergebnisse die Schulen, aber auch die Bildungsbehörde wieder aufs Wesentliche zurück – den Unterricht. Solange es noch immer Grund- und Sekundarschulen gibt, die ohne genügend Mathematiklehrer vor sich hinwursteln müssen, können die Ergebnisse ein bestimmtes Niveau nicht überschreiten. Da nützt die schönste Reform nichts. sve

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