Berlin-Brandenburger Flughafen : Unseriös

Nun also der Versuch von Matthias Platzeck, sich aus der Flughafen-Affäre zu ziehen, die längst über den abgeblasenen Start hinausgeht. Der Mann regiert seit einem Jahrzehnt, einmal bekam er eine Goldene Kamera für politische Glaubwürdigkeit – damals als Krisenmanager der Oderflut, weil er nie den dramatischen Ernst der Lage verschwieg. Und diesmal? In seiner Regierungserklärung hat Platzeck eine Chance vertan. Gewiss, es gab leise Selbstkritik, auch das verkappte Eingeständnis, dass die Kosten beim BER aus dem Ruder laufen. Das gesellt sich zur symbolträchtigen Aktion eines Peter Ramsauer, eine Soko einrichten zu wollen, oder der Vorwärtsverteidigung Klaus Wowereits, der mit einer Abbitte vorgeprescht war. Für Platzeck ist die Lage brenzliger. Der Flughafen liegt in Brandenburg, sein Land ist arm. Er hätte zehntausenden Anwohnern erklären müssen, warum im zivilisierten Westeuropa der angeblich modernste Flughafen fast ohne Lärmschutz ringsum starten soll, das Programm unterfinanziert und so im Rückstand ist, dass es bis Frühjahr 2013 kaum aufgeholt werden kann. Dazu blieb Platzeck vage. Glaubwürdige Politik sieht anders aus. thm

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