Berlin I: Schulen : Hart wird es sein

Dem 8. April fiebern zehntausende Berliner Eltern entgegen. Dann erfahren sie von der Schulverwaltung, auf welche Oberschule ihr Kind gehen darf. Klar wird dann auch sein, wie viele Schulen Kinder ablehnen mussten. Viele Eltern waren wegen des undurchsichtigen Verfahrens so verunsichert, dass sie ihr Kind erst gar nicht am gewünschten Gymnasium anmeldeten, weil sie sich dort eh keine Chance ausrechneten. Bei einigen in der Vergangenheit besonders beliebten Schulen gab es deshalb überraschenderweise weniger Anmeldungen als Plätze. Vor diesem Hintergrund klingen die Worte von Senator Jürgen Zöllner zynisch, dass die Nachfrage nach Gymnasien nachgelassen habe und Sekundarschulen positiv aufgenommen werden. Den Schulen dagegen, die die Anzahl der Bewerbungen nicht berücksichtigen können, bleibt nur die Klassenlotterie, die Platzvergabe per Losverfahren. Oder sie führen Auswahlgespräche. Doch so sehr sich Lehrer bemühen, gerecht zu sein und Tests machen, um allen Kindern die Chance zu geben, ihre Talente zu präsentieren, wird es nicht konfliktlos zugehen. Eltern werden es weiterhin als ungerechte Härte empfinden, wenn etwa Geschwisterkinder auf verschiedene Schulen gehen müssen. Der 8. April wird der Tag der Wahrheit – und klar ist schon jetzt, dass viele Eltern die Entscheidung nicht klaglos hinnehmen werden. gn

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