Berlin II : Ausgebremste Raser

Es ist fair, wenn Berlins Polizei ihre große Geschwindigkeitskontrolle am kommenden Dienstag nicht nur allgemein ankündigt, sondern auch sagt, wo genau die Radargeräte aufgestellt werden. Man wolle die Autofahrer sensibilisieren, heißt es. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, auch wenn langjährige Berliner Autofahrer nicht unbedingt den Eindruck haben, dass das Rasen in den letzten Jahren zugenommen hat – die seltenen total Verrückten einmal ausgenommen, die es immer gab, und die mit ein paar hundert Euro immer noch lächerlich mild bestraft werden. Was allerdings sicher zugenommen hat, ist die Unsicherheit über die gerade erlaubte Geschwindigkeit. Unübersichtliche Baustellen, gern im Doppel, also auch auf Ausweichstrecken, absurde Dschungel von Tempo-30-Zonen in dichter Folge aus den verschiedensten Gründen, die mal nachts, mal tags, mal rund um die Uhr gelten, dazu die willkürliche, sichtlich sinnlose Hin- und Her-Schalterei der erlaubten Geschwindigkeit auf der Stadtautobahn wegen frei erfundener Gefahren: Das alles verleitet zum unkontrollierten Gasgeben. Die Polizei kann dafür nichts. Aber sie hat die Gelegenheit, die häufigste Kritik am Blitzen zu widerlegen: dass es dabei nur ums Geld gehe. bm

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