Berlin III: U-Bahn Rotes Rathaus : Gute Investition

Nicht zu fassen: Der Senat spart, dass es knirscht im Gebälk des Roten Rathauses – da erklärt die Senatorin für Stadtentwicklung, Berlin werde zur Erhaltung alter Gemäuer das Füllhorn öffnen. Ja, verteilt die Genossin schon ein knappes Jahr vor dem Berliner Urnengang großzügig Wahlgeschenke? Verspricht Ingeborg Junge-Reyer finanzielle Wunder, die sie eh nicht vollbringen muss, weil sie dieses Amt in einem neuen Senat nicht mehr innehaben wird? Nein, dieses Mal hat sie die volle Rückendeckung des Regierenden Bürgermeisters. Vor dessen Dienstsitz wurden die Funde geborgen, und Klaus Wowereit gibt das Rote Rathaus nicht kampflos auf. Wird er aber wiedergewählt, dann steht er im Wort. Er wird es halten. Denn die Überarbeitung der U-Bahn-Pläne zur Erhaltung der gotischen Rathaus-Gemäuer wird kosten. Aber das zahlt sich aus. Denn mit gut inszenierter Hauptstadt-Geschichte ist gutes Geld zu verdienen. Als Pilgerstätte für Touristen zum Beispiel. Denn zum Mythos dieser Stadt gehört ihre Geschichte. Das schreckliche Kapitel nationalsozialistischen Terrors. Oder die Geschichte der frühen „europäischen“ Handelsmetropole im Mittelalter. Die Grabungen in Mitte bringen spektakuläre Funde aus beiden Zeitaltern hervor. Und wer weiß, welche Geschichten sonst noch auf der Straße liegen, unter dem Pflaster im märkischen Sand? ball

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