Berlin und die Flüchtlinge : Pünktlich zahlen

Flüchtlinge in Hostels unterzubringen, ist eine gute Idee. Hostels dann nicht zu bezahlen, ist keine gute Idee. Ein Kommentar

Arno Makowsky
Vorübergehend angekommen. Flüchtlingskinder spielen am 03.09.2015 auf dem Gelände der ehemaligen Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Berlin-Spandau vor den neu aufgebauten Zelten.
Vorübergehend angekommen. Flüchtlingskinder spielen am 03.09.2015 auf dem Gelände der ehemaligen Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in...Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Flüchtlinge angemessen unterzubringen, ist eine schwierige Aufgabe, die auch ungewöhnliche Ideen erfordert. Deshalb ist der Gedanke, Zimmer in Hostels anzumieten und dort Flüchtlinge einzuquartieren, sicher richtig. Nur: Hostelbetreiber, die sich auf dieses Angebot einlassen und damit zur Entspannung der Lage beitragen, müssen auch pünktlich bezahlt werden. Leider warten viele von ihnen aber monatelang darauf, dass sie vom Lageso ihr Geld bekommen. Das ist nicht nur wirtschaftlich gefährlich – einige Hostelbetreiber stehen bereits kurz vor der Pleite –, sondern vor allem unklug, weil angesichts dieser Praxis wohl kaum ein Hostel mehr mit dem Lageso zusammenarbeiten will.

Nun kann man dessen Mitarbeitern sicher nicht vorwerfen, dass sie mutwillig die Bezahlung verschleppen. Auch sie können sich kaum mehr vor Arbeit retten, müssen die Unterbringung organisieren, Verträge abschließen, Unterkünfte kontrollieren. Andererseits sollte dem Amt klar sein, dass gerade an dieser Stelle eine besondere Verlässlichkeit gefragt ist. Denn es geht ja nicht nur um die korrekte Bezahlung eines Dienstleisters. Es geht darum, die Kooperation mit regionalen Wirtschaftsunternehmen bei der Hilfe für Flüchtlinge nicht zu gefährden.

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