Berlin vor der Wahl : SPD in der Mitte

Prognosen sind keine Ergebnisse. In den vier Wochen bis zur Wahl in Berlin können sich Trends durchaus ändern – niemand weiß zum Beispiel, ob sich die wachsende Unruhe in der Bevölkerung über die nächtlichen Brandstiftungen positiv oder negativ für die eine oder andere Partei auswirkt. Die Momentaufnahme, die der Wahlinformationsdienst election.de im Auftrag des Tagesspiegels erstellt hat, entspricht jedoch der Stimmung in der Stadt. Klaus Wowereit gefällt sich in der Rolle des charmanten Knuddelbärs, ist aber tatsächlich ein überaus faktensicherer und im Zweifel knallhart entscheidender Regierungschef. Renate Künast, der man bis tief in bürgerlich-wirtschaftsorientierte Kreise hinein durchaus Sympathien als mögliche Chefin einer grün-schwarzen Koalition entgegenbrachte, hat genau diese Klientel am Anfang durch Äußerungen zur Verkehrspolitik vor den Kopf gestoßen. CDU-Mann Frank Henkel kommt da gut an, ist aber noch nicht bekannt genug. Die Linke verfügt mit Wirtschaftssenator Harald Wolf zwar über einen allseits anerkannten, wenn auch etwas ausstrahlungsarmen Spitzenkandidaten, leidet hingegen als Partei unter massiven Profilproblemen. Was immer sich noch verschiebt: Eine Regierungsbildung ohne die SPD nach dem 18. September ist kaum vorstellbar. apz

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