Meinung : Berlin vor der Wahl: Testfeld Berlin

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Vier Tage vor der Wahl in Berlin ist nur eines sicher: dass noch nichts entschieden ist. Deswegen steigt die Nervosität aller Parteien. Noch sind 26 Prozent der Berliner nicht sicher, wen sie Sonntag wählen - also etwa so viel Prozent, wie der CDU gegenwärtig zugetraut werden. Wie die scheuen Wechselwähler mobilisiert werden können, treibt alle Parteien um. Am nervösesten, und deshalb am lautesten, ist die FDP: Sie kann auf die Stimmen enttäuschter CDU-Wähler hoffen - und gleichzeitig die sozialliberale Klientel verlieren, verschreckt vom Schill-Gespenst. Zugleich stellen sich die Parteien auf die Zeit danach ein: Testfeld Berlin. In der Hauptstadt können die Konstellationen für die Zukunft ausgetestet werden. Der Bundeskanzler, der sich alle Optionen offenhalten möchte, lässt spüren, dass er einer Ampel mit der FDP nicht unbedingt ablehnend gegenüberstehen würde. Und die Grünen müssen sich darauf einstellen, dass die 17. Niederlage in Folge möglicherweise doch die rot-grüne Zukunft im Bund tangieren könnte. Die Berliner Sozialdemokraten wollen Rot-Grün - und selbst eine rot-rote Allianz mit dem Tolerierungspartner PDS scheint ein geringerer Schrecken, als dem subtilen Druck der Bundespartei in Richtung CDU nachzugeben. Eine Neuauflage der Großen Koalition ist den Genossen nicht zu vermitteln - sogar wenn die Union als Morgengabe ihren Spitzenkandidaten opfert. Da wird sogar der Taktiker Klaus Wowereit ganz untaktisch. Er ist nicht allein: Nur jeder zehnte Berliner wünscht sich ein Revival der Großen Koalition. Es gibt nur ein kleines Problem: Rot-Grün hat in Umfragen bislang keine Mehrheit.

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