Berlinale-Jury : Außer Konkurrenz

Auf den Eröffnungsglanz der Berlinale fällt auch Schatten. Die Absagen von einigen Prominenten, die eigentlich in der Jury sitzen sollten, sind ein Schlag ins Gesicht.

Die Stones zur Eröffnung: ein Coup. Die Jury-Absagen des französischen Stars Sandrine Bonnaire und der dänischen Dogma-Filmerin Susanne Bier: ein Schlag ins Gesicht. Berlinale-Chef Dieter Kosslick tut’s mit einem coolen Stones-Zitat ab, aber auf den Eröffnungsglanz fällt dennoch ein Schatten. Okay, das rockt auch mit einer kleineren Jury, und die Fans lassen sich nicht die Laune verderben. Aber die Besetzung einer Jury, ob in Berlin, Cannes oder Venedig, fällt als Image- und Glamourfaktor ins Gewicht, die Teilnahme ist eine Frage der Ehre – und Ehrerbietung. Absagen in letzter Sekunde sind ein glatter Affront, zumal wenn sie mit Dreharbeiten begründet werden. Als würden die nicht langfristig geplant. Seltsam: Mehr als für sein Filmwissen ist Kosslick für seine Menschenkenntnis bekannt. Ausgerechnet bei seinen Juries hapert es – erinnert sei an die heftig kritisierte Riege von 2005, mit Blockbuster-Regisseur Roland Emmerich, Modemacher Nino Cerruti und dem China-Playmate Bai Ling. Und wieso ist seit Jahren kein deutscher Filmemacher dabei, kein Buck, Petzold oder Tom Tykwer? Die Berlinale hat sich stark für sie gemacht, und am Ende gilt: You can’t get no satisfaction. chp

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