Berliner Abiturienten : Da bewegt sich was

Albert Schweitzer, Albrecht Dürer, Carlo Schmid, Carl Philipp Emanuel Bach, Carl von Ossietzky, Hannah Arendt – Namen, die für die deutsche Kultur, für Humanität, Demokratie und Widerstand gegen den Terror stehen. Namen Berliner Gymnasien und Oberschulen, an denen jetzt gerade wieder das Abitur abgelegt wurde, 13 000 junge Frauen und Männer waren es insgesamt. Die erfolgreichen Absolventen der genannten Schulen – und vieler anderer – zeichnen sich aber durch eine Besonderheit aus: Fast alle tragen türkische Namen. Sie gingen auf Schulen, die fast ausschließlich von jungen Berlinern mit einem Migrationshintergrund besucht werden. Ihr Anteil an der Zahl der Abiturienten liegt mit 15 Prozent zwar noch weit unter jenen 40 Prozent der Gesamtheit der Schüler, die die Hochschulreife erworben haben. Aber es sind fast 2000 höchst ermutigende Beweise dafür, dass die zweite Zuwanderergeneration Anschluss an das deutsche Bildungssystem und den Aufstieg geschafft hat. Keine Schulpolitik wird ändern können, dass die Zahl der Migranten in einigen Bezirken besonders hoch und in anderen verschwindend gering ist. Aber die Abiturientenzahl beweist, dass die These von der vermeintlichen Integrationsunwilligkeit türkischer Migranten dummes Zeug ist. Darüber dürfen wir uns alle freuen, gleich, woher die eigenen Eltern stammen. apz

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