Berliner Aktionstage I : Heiße Kartoffeln

Gewalt ist in Berlin wieder angesagt, wenn politische Konflikte ausgetragen werden. Die linke Szene wird radikaler – das zeigt der Angriff auf eine Polizeiwache in Lichtenberg.

Werner van Bebber

Steine, Brandsätze, Metallkrallen, um Streifenwagenreifen platt zu machen: Das hatte Plan und System. In der Umgebung der Wache findet ein Verdrängungsprozess statt, gegen den sich radikale Linke, Punks und Autonome seit Jahren wehren.

Hier brennen öfter mal Autos. „Gentrifizierung“ findet statt: Häuser werden schöner und teurer. Arme Leute können sich die Gegend nicht mehr leisten – und radikale Linke kämpfen gegen diese Entwicklung per forcierter Sachbeschädigung. Bislang waren die brennenden Autos ein alle paar Nächte aufflammendes Zeichen dafür, dass in den inneren Bezirken ein gesellschaftlicher Umbau stattfindet. Dort ist immer weniger Platz für kleine Leute und prekäre Existenzen. Der rot-rote Senat bildet den Stadtumbauprozess durch vielerlei soziologische Untersuchungen ab – und treibt ihn voran, siehe Mediaspree. Mit den Begleiterscheinungen muss sich eine Polizei befassen, die personell nicht gerade aufgerüstet worden ist.

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