Berliner Ansichten : Sicher essen in Zeiten der Angst

Lars von Törne über die sichersten Restaurants der Stadt. Nach der Terrorwarnung schätzt der Autor ein bleifreies Steak.

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Polizisten vor der US-Botschaft in Berlin. Foto: dapd
Polizisten vor der US-Botschaft in Berlin.Foto: dapd

In den Monaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war das "Windhorst" in der Dorotheenstraße die ungewöhnlichste Bar des Landes. So sicher wie hier konnte man sich nirgendwo sonst betrinken: Weil die Cocktail-Bar neben der US-Botschaft lag, führte der Weg zum Drink durch eine provisorische Polizeistation. Caipirinha und Cuba Libre gab es nur nach Ausweis- und Körperkontrolle. Der Kitzel des Unzugänglichen, ein Hauch bedrohlicher Weltpolitik, dazu das Gefühl, am bestbewachten Tresen der Welt zu sitzen – ein Jahr lang waren das die Markenzeichen der Bar. Nun kann man am Leipziger Platz wieder ein ähnliches Gefühl erleben: Wer im "Midtown Grill" im Haus des Marriott-Hotels ein saftiges Steak im Stil amerikanischer Grillrestaurants genießen will, muss seit kurzem Taschenkontrollen und Metalldetektor durchlaufen – die Terrorwarnung macht’s nötig. Ein Besuch im "Midtown Grill" sei wie eine Reise nach New York, wirbt das Restaurant für sich. Hoffen wir, dass die Parallelen zum amerikanischen Vorbild sich bald wieder auf die Speisekarte beschränken.

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