Berliner Bahn-Chaos : S wie Sparkurs

Was bei der Berliner S-Bahn zurzeit alles möglich ist, lässt sich nicht einmal mehr mit Schlampigkeit erklären. Wann, wenn nicht jetzt, greift hier der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube ein?

Klaus Kurpjuweit

S-Bahn: Das heißt nicht mehr Schnellbahn und auch nicht mehr Sicherheit. Was in diesem bundeseigenen Unternehmen zurzeit alles möglich ist, lässt sich nicht einmal mehr mit Schlampigkeit erklären. Und alles geht zulasten der Fahrgäste. Dass ein Verkehrsunternehmen sich nach einer Serie von auch sicherheitsrelevanten Pannen der Aufsichtsbehörde gegenüber verpflichtet, Kontrollen zu verschärfen und diese Zusage dann nicht einhält, hat es in dieser Form bisher wohl nicht gegeben. Nur weil das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn nachgehakt und Kontrolleure nach Berlin geschickt hat, kam heraus, dass die bruchgefährdeten Räder der Züge nicht so häufig untersucht worden waren, wie es die S-Bahn-Geschäftsführung versprochen hatte. Hier rächt sich das nächste „S“, der rigide Sparkurs der Vergangenheit und Gegenwart, der Jahr für Jahr zu einem zweistelligen Millionengewinn geführt hat, den die S-Bahn an die große Bahn weiterreichen musste, um deren Bilanz zu verschönern. Wann, wenn nicht jetzt, greift hier der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube ein? Es wird höchste Zeit, wenn die S-Bahn unter der Regie der Bahn AG nicht auf dem Abstellgleis enden soll.

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