Berliner Bildungsmisere : Rütli II

Hat sich etwas geändert in Berlin seit Rütli? Der neue Brandbrief der Schulleiter aus Mitte lässt Zweifel. Wer nicht zu massiven Investitionen in die Schulen bereit ist, wird alleine mit neuen Konzepten nicht viel ändern.

Es sieht fast so aus, als hätten sie sich abgestimmt: Als Berlins CDU am Montag ihr Reformkonzept für Berlins Schulen vorstellte, war kurz zuvor ein Brandbrief der Schul leiter aus Mitte bekannt geworden. Der erinnert an den Hilferuf aus der Neuköllner Rütli-Schule, der Berlins Bildungsmisere vor bald drei Jahren bundesweit bekannt machte. Seitdem ist einiges passiert, nicht nur an der Rütli-Schule. Der rot-rote Senat und die Opposition haben zumindest rhetorisch mit Reformkonzepten reagiert. Was davon im Alltag von Lehrern, Schülern und Eltern ankommt? Einen Eindruck vermittelt der verzweifelte Brief aus Mitte. Angesichts von Armut, Kriminalität und Integrationsproblemen, so schreiben die Schulleiter, brauchten sie mehr Hilfe denn je – und bekämen doch immer weniger. Dabei ist offensichtlich: Wer nicht zu massiven Investitionen in die Schulen bereit ist, wird alleine mit neuen Konzepten nicht viel ändern. In Zeiten, in denen gigantische Hilfspakete für Unter nehmen geschnürt werden, ist schwer zu verstehen, wieso die Regierung nicht die Schulen in Berlins Problemvierteln so ausstatten kann, dass deren Lage nicht immer schlimmer wird.

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