Meinung : Berliner CDU: Nützliche Vergesslichkeit

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Wer spendet, dem gebührt Dank. Die Berliner CDU sieht keinen Anlass, von diesem Grundsatz abzuweichen, obwohl sie seit Wochen von einer Spendenaffäre gebeutelt wird. Die großzügigen Geldgeber, die Aubis-Chefs Wienhold und Neuling, kommen ohne Parteiordnungsverfahren davon. Sie haben nicht korrekt gezahlt, aber sie haben gezahlt. 40 000 Mark in bar. So viel Geld kann ein kleiner CDU-Landesverband immer gut gebrauchen. Der Spendennehmer, CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky, wird aber gerüffelt. Heute, vom CDU-Landesvorstand. Er hat gegen die Spendenrichtlinien seiner Partei verstoßen. Was hat er noch falsch gemacht? Landowsky hat alles durcheinander gebracht. Im Kontakt mit Wienhold und Neuling vergaß er nützlicherweise, dass er zwei Großkreditnehmer seiner Bank vor sich hatte. Politiker und Bankdirektor sein - das war für Landowsky immer eine Soße. Man wird ihm wohl nicht nachweisen können, dass der Aubis-Kredit und die Spende an die Christdemokraten im Zusammenhang stehen. Vielleicht tun sie das auch nicht. Aber er hat nie versucht, die Dinge fein säuberlich auseinanderzuhalten. Seinen Bankjob und sein Parlamentsmandat. Das war und ist Landowskys großer Fehler.

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