Meinung : Berliner FDP: Mitten rein

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Zum Thema Online Spezial:
Berlin vor der Wahl SPD und CDU streiten sich, die Grünen treten dahinter zurück - und plötzlich passt der Titel des alten grünen Buchs von Karl-Hermann Flach wieder: Noch eine Chance für die Liberalen. Wie die Freien Demokraten in Berlin die Personalfrage angehen, das hat mindestens Methode: Über Personen erschließt sich das Programm. Lutz Rathenow und Bärbel Bohley, zwei ehemalige Bürgerrechtler in der DDR, werden in den Ostteil der Stadt hineinwirken, und besonders bei denen, die die gegenwärtige Aufwertung der PDS nicht ohne Widerspruch akzeptieren wollen. Außerdem Günter Rexrodt, Martin Matz und - seit neuestem - Gertrud Höhler für die bürgerliche, die liberale Mitte im Westteil; noch dazu sind es drei, die für die Wirtschaft interessant sind. Dann das junge Bundesvorstandsmitglied Mehmet Daimagüler, der Bezirksvorsitzender in Kreuzberg ist, und demnächst irgendwann für den Wahlkampf die Sozialliberale Carola von Braun - alles zusammengenommen ist dieses Angebot politisch ziemlich umfassend. Da wird die Breite des Liberalismus deutlich gemacht. Für fünf Prozent der Wählerstimmen kann das allemal reichen. Und jede Stimme für die FDP wird den anderen Parteien weh tun. Die CDU muss um Prozentpunkte bei den Bürgerlichen bangen, SPD und Grüne werden bei denen in Argumentationsnot kommen, die Bürgerrechte hochhalten. Gelingt die Rückkehr ins Abgeordnetenhaus, möglicherweise sogar in die Regierung, ist das - logisch - auch ein Signal für den Berliner Bundestag. Und für die FDP noch eine Chance.

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