Meinung : Berliner Finanzkrise: Der Wind dreht sich - zu Diepgens Absturz in den Umfragen

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Finanzkrise in Berlin
Ted:
Sind Neuwahlen fällig? Erinnert sich noch jemand? Anfang des Jahres galt Eberhard Diepgen noch als allseits beliebter Landesvaters, dessen Popularität keine Parteigrenzen kannte. Weit über fünfzig Prozent der Berliner wünschten sich den Regierenden Bürgermeister mit der längsten Amtszeit in diesem Amt. Dann kam der Fall Landowsky - und jetzt liegt Gregor Gysi in der Gunst der Berliner fast gleichauf mit Diepgen. Ein Absturz. Diepgen wird eben doch die Bankenaffäre angelastet, auch wenn er am Donnerstag im Abgeordnetenhaus jede Verantwortung dafür ablehnt. Der Wind steht auf Wechsel - und in der Berliner Union riecht es schon etwas nach Untergangsstimmung. Noch hält die Große Koalition, doch nur so lange, wie die Neuwahl-Kampagne nicht Schwung gewinnt. Dann werden auch die Sozialdemokraten, die schon eifrig den Finger in den Wind halten, springen wollen - und springen müssen. Wie groß der Wunsch nach neuen Konstellationen jenseits der ewigen Großen Koalition ist, zeigt die Auferstehung einer politischen Leiche. Die in Berlin kaum noch existente FDP darf plötzlich mit bis zu sieben Prozent rechnen. Die CDU, deren einzige Option die babylonische Gefangenschaft der SPD ist, muss zittern.

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