Berliner Immobilien-Holding : Sarrazins Erbe

Thilo Sarrazin hat schon häufiger demonstriert, dass es ihm ziemlich egal ist, wie über ihn gedacht wird. Die Vorwürfe aber, bei der Berliner Immobilien-Holding sei es zu einem Millionenschaden zulasten der Hauptstadt gekommen, will er nicht auf sich sitzen lassen.

Da wird an seinem Erbe gekratzt, ganz gehörig. Thilo Sarrazin hat schon häufiger demonstriert, dass es ihm ziemlich egal ist, ob die gesamte Berliner SPD seine harschen Sprüche über Ausländer übel nimmt, die nur den Gemüsehandel voranbrächten, über schlecht gewaschene Staatsdiener oder über faule Hartz-IV-Empfänger. Von seinen Ansichten bringt Sarrazin auch kein Parteiausschlussverfahren ab. Doch wenn es um den Ruf geht, als Finanzsenator den Berlinern das Sparen beigebracht zu haben, wird es ernst. Die Vorwürfe, bei der Berliner Immobilien-Holding sei es zu einem Millionenschaden zulasten der Hauptstadt gekommen, will er nicht auf sich sitzen lassen. Immerhin gelten die beschuldigten BIH-Manager als Sarrazin-Vertraute. Deswegen kämpft der jetzige Bundesbanker um sein politisches Erbe. Das Denkmal des strengen Kassenwarts, der den Berliner Haushalt sanierte und 2008 gar erstmals Berlins Schuldenlast minderte, hatte aber schon zuvor einige Risse bekommen – in der Frage, ob er den Golfclub Wannsee bevorteilte und ob er Mitverantwortung für die Millionenverluste beim Spreedreieck-Desaster trägt. Dass Sarrazin jetzt indirekt seinen Nachfolger Ulrich Nußbaum bezichtigt, er verwirtschafte sein Erbe, zeigt seine Dünnhäutigkeit. Doch Freunde, die ihn verteidigen, hat Sarrazin in der SPD längst nicht mehr. gn

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