Berliner Justizskandal : Alles unter Kontrolle

Das muss man der Gisela von der Aue lassen: Die Justizsenatorin hat die Kälte, die man braucht, um Skandale abtropfen zu lassen. Erst hat sie die Sache mit dem Drogenschmuggel in der Jugendstrafanstalt Plötzensee unterschätzt – jetzt hat sie die Sache im Griff.

Die jungen Häftlinge, die sich von außen mit Marihuana, Haschisch, Muskelpillen und Mobiltelefonen versorgen ließen, sollen es in Zukunft schwerer haben. Massive Stahlgitter vor den Fenstern werden, wenn sie denn erst mal angebracht sind, jedes Herbeiangeln von Päckchen, die von außen über die Mauer geworfen worden sind, unmöglich machen. Dass die Lösung des Problems schon seit Monaten auf sich warten lässt – nun ja, das ist eben Berlin, wo die Senatsverwaltung für Justiz erstens prinzipiell lange und zweitens die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung braucht, um solche Gitter zu beschaffen. Ansonsten behält sich die Senatorin vor, auch weiterhin das Hinüberwerfen von, beispielsweise, Leitern über die Gefängnismauer für sich zu behalten, um nicht dumme Jungen auf dumme Gedanken zu bringen. Es ist gut gegangen für die Justizsenatorin – dieses Mal. wvb.

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