Berliner Kita-Kinder : Sprachlos

Angesichts dieser Zahlen müssten Bildungspolitiker eigentlich verzweifeln. Auch nach mehrjährigem Kitabesuch haben mehr als 3700 Berliner Kinder ein Jahr vor ihrer Einschulung deutliche sprachliche Defizite. Der Anteil derer, die Förderung brauchen, um später in der Schule mithalten zu können, bleibt seit Jahren hoch. Dabei hat das Land viele Anstrengungen bei der vorschulischen Bildungsarbeit unternommen und sich diese etwas kosten lassen. Wie die Beitragsfreiheit für die Kitas, die gerade bildungsferne Familien animieren soll, ihre Kinder so früh wie möglich in die Kitas zu schicken. Gleichzeitig wurden die Erzieherinnen weiterqualifiziert, damit die Kindergärten ihren Bildungsauftrag besser erfüllen können. Demnächst kommt der Rechtsanspruch für Einjährige auf einen Kitaplatz. Wenn all dies jedoch manche Kinder nicht weiterbringt, dann ist das vielleicht ein Indiz dafür, dass man genauer in die Familien schauen muss, was dort schiefläuft. Auf keinen Fall dürfen die Bildungspolitiker in ihren Bemühungen nachlassen. Denn Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer, manche Dinge werden nach wie vor nur halbherzig angefasst. Dazu muss man sich lediglich den unseligen Streit mit dem Datenschutzbeauftragten um die Lerntagebücher anschauen, der seit Jahren nicht gelöst ist. Dabei drängt die Zeit, die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, eins dieser Kinder schon vor der Schule aufzugeben. sik

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