Berliner Klimaschutz : Arme Mieter

Berlins Umweltsenatorin hat ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz ausgebrütet. Doch einige Sozialdemokraten befürchten, dass dadurch die Mieten steigen werden.

Werner van Bebber

Die Rettung der Welt ist nicht einfach, nicht mal für den Berliner Senat. Da lässt Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz ausbrüten. Ihr Entwurf enthält viele Vorschriften, das war zu erwarten. Bezeichnend für die Regelungsfreude sind Mindestquoten zur Nutzung von erneuerbaren Energien. Geht es nach Lompscher, wird Berlin Erdwärmemetropole. Und doch hagelt es Kritik – des Koalitionspartners. Die Senatorin hat womöglich nicht bedacht, dass Berlin nicht nur öko-avantgardistische Ziele zu verfolgen hat, sondern auch Mietermetropole ist. Berliner wohnen gern zur Miete. So war das zu Kohleheizungszeiten, so wird es sein, wenn die Erde untergeht. Die Genossen fürchten, dass die Mieten spürbar teurer werden, wenn Häuser auf Lompschers Anweisung energie-ökologisch nachgerüstet werden. Deshalb erinnern drei Sozialdemokraten daran, dass der Klimaschutz nicht auf Kosten der Mieter gehen darf. In Lompschers Verwaltung heißt es jetzt, man denke an die Armen: Die müssten mehr Geld fürs Heizen ausgeben, wenn sie in unsanierten Häusern wohnen. Auch deshalb brauche man das Gesetz. Notfalls nimmt man eine ökologische Heizkostenhilfe für Minderverdiener hinein. Da wird man sich in der Koalition schnell einigen können. wvb.

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