Berliner S-Bahn : Bilanz des Sparkurses

Sparen kann teuer werden. Diese Erfahrung muss jetzt die S-Bahn und damit auch ihr Mutterkonzern, die Deutsche Bahn AG, machen.

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222,2 Millionen Euro Verlust weist die Bilanz für das Jahr 2010 aus. Ein normales Unternehmen wäre damit pleite, gaben die S-Bahn-Verantwortlichen jetzt zu. Am Leben bleibt die Gesellschaft nur, weil der Konzern vertraglich verpflichtet ist, den Verlust zu übernehmen. Mitleid braucht man nicht zu haben. Bis 2008 hatte der Konzern regelmäßig Gewinne aus dem Betrieb gezogen. Allein für das Jahr 2010 waren einst sogar sagenhafte 125 Millionen Euro als Zahlung an den Konzern vorgesehen. Und auch wenn die Planer dort intern von der Verantwortung für das Chaos bei der S-Bahn reingewaschen worden sind, ist klar, dass ein von oben verordneter rigider Sparkurs – mit Stellenstreichungen, Schließungen von Werkstätten und dem Verschrotten von einsatzfähigen Fahrzeugen – zum beispiellosen Niedergang des einstigen Vorzeigeunternehmens geführt hat. Dass der Konzern jetzt zusichert, am Geld werde die Rückkehr zum Normalbetrieb nicht scheitern, ist wohl selbstverständlich. Nahverkehr gibt es eben doch nicht zum Sparpreis.

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