Berliner S-Bahn : Gut und gar nicht gut

Bahn-Chef Rüdiger Grube will ehemalige S-Bahn-Manager haftbar machen für das derzeitige Desaster. Es gibt noch ein paar andere, die er haftbar machen sollte.

Klaus Kurpjuweit

Das macht sich gut. Bahnchef Rüdiger Grube lässt prüfen, ob er frühere Manager der Berliner S-Bahn für den Schaden aus dem aktuellen Desaster mit den Rädern der Züge haftbar machen kann. Die damalige Geschäftsführung habe 2003 nach dem Entdecken eines Risses an einem Rad versäumt, noch mögliche Gewährleistungsansprüche anzumelden, sagt Grube. Sollte es so sein, würden die Manager haftbar gemacht. Das zeigt wieder, wie der Neue an der Bahnspitze durchgreift. Die vierköpfige Geschäftsführung der S-Bahn, die die Misere zu verantworten hatte, ließ er bereits kurzerhand feuern. Auch im Konzern mussten Leute gehen, die für den dort erfolgten Datenmissbrauch zuständig waren. Dort war die Verantwortung aber auch geklärt. Befremdlich ist, dass Grube jetzt das Management der S-Bahn öffentlich verurteilt, bevor die Sachlage geklärt ist. Und noch befremdlicher ist es, dass Manager, die den Sparkurs bei der S-Bahn mit all seinen negativen Folgen durchgeboxt haben, weiter unangefochten an ihren Schreibtischen sitzen oder sogar aufgestiegen sind. Das macht sich gar nicht gut.kt

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