Berliner S-Bahn : Kein Zug zum Rhein

Es lohnt sich schon, gelegentlich weiter als nur zur Stadtgrenze zu sehen. Dann hätte der Senat merken können, wie man mit einer sparwütigen Bahn umgehen kann.

Klaus Kurpjuweit

Es lohnt sich schon, gelegentlich weiter als nur zur Stadtgrenze zu sehen. Dann hätte der Senat merken können, wie man mit einer sparwütigen Bahn umgehen und was man mit einer entschlossenen Haltung erreichen kann. An Rhein und Ruhr will die Bahn ihr Angebot erheblich verbessern, nachdem der dortige Verkehrsverbund den Vertrag mit ihr fristlos gekündigt hat – wegen grober Vertragsverletzungen. Vor den Richtern ist der Verbund damit zwar nicht durchgekommen, aber in einer außergerichtlichen Einigung hat er der Bahn Zugeständnisse abgetrotzt. Und was macht Berlin? Nach den ersten massiven Zugausfällen hatte der Senat verkündet, eine vorzeitige Kündigung werde geprüft, um dann wenig später genau diesen Schritt auszuschließen. Stattdessen hofft man, dass der S-Bahn in Nachverhandlungen Zugeständnisse abzuringen sind. Dass sich das renditeorientierte Unternehmen darauf nicht recht einlassen will, überrascht nicht. Wundern darf man sich allerdings über die Naivität des Senats, der annimmt, dass die Bahn freiwillig ihren Goldesel S-Bahn schlachten wird, der ihr vor dem Desaster Millionengewinne eingebracht hat. Und auch bald wieder bringen soll. Das Sparen geht bereits weiter – wieder zu Lasten der Fahrgäste. Schöne Senats-Bahn! kt

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