Berliner S-Bahn : Salomon gesucht

Eine bundesweite Verordnung könnte die Berliner S-Bahn zwingen, aus Sicherheitsgründen ihren Betrieb einzuschränken. Aber vielleicht fällt den Beamten ja eine salomonische Lösung ein.

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Veraltete Signaltechnik könnte die S-Bahn in ein paar Jahren dazu zwingen, das Tempo dauerhaft zu drosseln. Foto: dpa
Veraltete Signaltechnik könnte die S-Bahn in ein paar Jahren dazu zwingen, das Tempo dauerhaft zu drosseln.Foto: dpa

Auch das noch: Anfang 2018 hat die Berliner S-Bahn wahrscheinlich zu wenig Fahrzeuge – und nun muss sie möglicherweise bereits von 2015 an ihr Höchsttempo von 80 auf 50 km/h drosseln, weil ihre veralteten Signalanlagen nicht den dann geltenden Vorschriften entsprechen werden. Fahrzeiten würden sich verlängern, Anschlüsse wären nicht mehr gesichert. Den Ärger der Fahrgäste würde das Unternehmen in beiden Fällen abbekommen. Dabei hat es diesmal den Schlamassel gar nicht verursacht. Der voraussichtliche Wagenmangel ist auf das Zögern des Senats bei der Bestellung neuer Fahrzeuge zurückzuführen. Und das drohende Tempolimit ist die Folge eines Unfalls in Sachsen-Anhalt, nach dem die Sicherheitsvorschriften verschärft worden waren. Um weiter Tempo machen zu können, braucht die S-Bahn eine Ausnahmegenehmigung des Bundesverkehrsministeriums. Die Entscheidung ist nicht einfach: Auf der einen Seite geht es um die Sicherheit, auf der anderen soll der Betrieb der S-Bahn nicht noch weiter eingeschränkt werden. Aber vielleicht fällt den Beamten ja eine salomonische Lösung ein. Den Fahrgästen – und der S-Bahn – ist es zu wünschen.

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