Meinung : Berliner Schnauze

„Gut gemeckert lebt sich’s länger“

vom 19. März

Mir scheint, es handelt sich um eine klassische Verwechslung zwischen Berliner Unfreundlichkeit (die es durchaus gibt!) und Berliner Humor der schönsten Art. So wie ich die Frage „Soll ick etwa wat wegstellen?“ lese, ist dies ein Hilfsangebot in Form eines Witzes, der mit einer entsprechenden Antwort pariert werden müsste, zum Beispiel „nee, ick fürchte, da muss ick jetzt durch.“ – dann hätten sich alle über die „Berliner Schnauze“ gefreut. Die Antwort dürfte auch auf hochdeutsch sein (da sind wir Berliner recht tolerant) – Hauptsache, man signalisiert, dass man den Witz verstanden hat. Vielleicht kann sich das Herr Boyes noch mal von Pascale Hugues erklären lassen …

Anna Luther, Berlin-Schöneberg

Der unbestritten teilweise sehr raue Umgangston in Berlin mag für einen viktorianischen Gentleman unverständlich sein. Unbestritten siegt bei uns oft die Schnauze über das Herz. Allerdings verbietet es sich, dieses Verhalten mit den Katastrophen in Japan, den blutigen Auseinandersetzungen im Nahen Osten oder der Arbeitslosigkeit zu vergleichen. Hier verwechselt Herr Boyes Ironie mit menschenverachtendem Zynismus! Die Redakteure sind gefordert, darauf zu achten, wo Meinungsfreiheit endet und geschmacklose Dummheit beginnt.

Werner Zuchold, Berlin-Heiligensee

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