Berliner Wahlpannen : Rechenschwäche

Rechnen ist nicht Berlins Stärke. Die Grünen haben sich koalitionsmäßig verrechnet, Berlins Schuldenberg zeugt bundesweit davon, dass man nicht mit Zahlen umgehen kann, und selbst bei Wahlzetteln können Berliner nicht eins und eins zusammenzählen. Wenn es ein überzeugendes Plädoyer gegen das auch für Berlin propagierte und andernorts aufwändig praktizierte Panaschieren und Kumulieren gibt, dann hat es diese Wahl geliefert. Nie aber gab es so viele Wahlpannen wie diesmal. Und noch nie waren die Konsequenzen so gravierend: Das Abgeordnetenhaus ist dadurch um drei Parlamentarier geschrumpft, Abgeordnete flogen erst raus und kamen dann doch hinein. Und noch nie gab es so viele Wahlkreise mit derart knappen Mehrheiten, bei denen kleine Fehler große Wirkungen haben können. Wenn die Landeswahlleiterin nach der beispiellosen Pannenserie jetzt einfach das amtliche Endergebnis durchwinkt, ohne auf alle vorhandenen Einsprüche zu reagieren, dann hat sie ihre Aufgabe nicht verstanden. Zu argumentieren, für eine erneute Auszählung fehle es an einer Verwaltungsverordnung, zeugt bestenfalls von schlichtem Gemüt. Nachhaltiger kann man das Vertrauen in eine Demokratie kaum untergraben. gn

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