Berliner Wasserbetriebe : Gutes Geschäft

Spinnen die? Das Land Berlin hat kein Geld, um seine Schulen angemessen auszustatten und die Straßen zu flicken, aber mehr als 600 Millionen Euro für 24,9 Prozent an den Wasserbetrieben? Das muss kein Unsinn sein. Wenn der Finanzsenator für die erforderlichen Kommunalkredite weniger zahlt, als er bei den Wasserbetrieben als Dividende einstreicht, ist das für das Land ein Geschäft. Daneben ist wichtig, wer bei dem Versorger den Ton angibt. Das Land stärkt mit dem Rückkauf seine Position. Ob die für eine Preissenkung genutzt wird, ist offen. Immerhin sind die Wasserpreise inzwischen seit drei Jahren stabil. Von Strom und Gas lässt sich das nicht sagen. Anders als bei den Wasserbetrieben, bei denen das Land immer die Mehrheit behalten hat, wurden Gasag und Bewag im Privatisierungsrausch Ende der 90er Jahre verkauft. Kurzfristig klimpert es schön im Landeshaushalt, langfristig gibt es lange Gesichter. Wenn zum Beispiel die für den Berliner Strommarkt relevanten Entscheidungen nicht in Berlin, sondern in Stockholm, beim schwedischen Vattenfall-Konzern getroffen werden. Deshalb ist es gut, wenn die Wasserbetriebe in Berliner Hand bleiben. alf

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