Berliner Wohnungsmarkt : Sozialer Sprengstoff

Die Zeiten, in denen es in Berlin günstigen Wohnraum in fast allen Stadtteilen gab, sind vorbei.

Berlin war lange Zeit eine Insel der Seligen. Der Stadtteil, in dem man lebte, war ein Bekenntnis zum persönlichen Lebensstil. Günstigen Wohnraum gab es in fast allen Stadtteilen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Mieten steigen stetig, besonders schnell in der Innenstadt. Zuerst war das so im Scheunenviertel und in Prenzlauer Berg – und jetzt in Friedrichshain: Junge Familien müssen ihren Kiez verlassen, weil sie trotz guter Einkommen keine bezahlbare Wohnung finden. Hartz-IV-Empfänger sind schon lange weg. Nun könnte man sagen: Recht so, das ist Marktwirtschaft. Gewiss, aber der freie Markt könnte den Steuerzahler bald teuer zu stehen kommen. Denn die Berliner mit kleinem Geldbeutel werden in Quartiere verdrängt, die schon heute sozialen Sprengstoff liefern. Dort sind die Mieten zwar günstig, aber freiwillig zieht da niemand hin. Wegen der Probleme an den Schulen. Wegen der Gewalt auf den Straßen. Und weil die Hälfte aller Jugendlichen keine Arbeit hat. Darauf müsste die Politik reagieren. Doch stattdessen wiederholt man lieber das Mantra vergangener Zeiten: „Es gibt keinen Wohnungsmangel.“ ball

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