Berlins Gendarmenmarkt : Zurück zu den Wurzeln

Gerade rechtzeitig, bevor Senat und Bezirksamt Mitte den Gendarmenmarkt mit der Motorsäge umgestalten konnten, sind ihnen die Bürger in den Arm gefallen. Doch schon bahnt sich der nächste Ärger an.

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Das war knapp. Gerade rechtzeitig, bevor Senat und das Bezirksamt Mitte den Gendarmenmarkt mit der Motorsäge umgestalten konnten, sind ihnen die Bürger in den Arm gefallen: Geschäftsleute, Passanten, Berliner, Touristen. Keine DDR-Nostalgiker, sondern hellwache Menschen, die nicht dulden wollten, dass eine Verwaltung für viel Geld einen wunderbaren Platz zur schattenlosen Steinwüste machen und dafür intakte Bäume fällen lassen will, während überall in der Stadt Geld für Neupflanzungen fehlt.

Kaum hat die Verwaltung eingelenkt, bahnt sich der nächste Ärger an: Der Baustadtrat von Mitte erklärte am Montag die Ahorne zu Problembäumen, weil ihre mickrigen Wurzeln in Betonkübeln gefangen seien. Quatsch, erwidert der Architekt, der es wissen müsste, aber leider nicht gefragt wurde. Die Erdarbeiten werden zeigen, wer recht behält. Sollte es tatsächlich keine Kübel geben, wäre die Verwaltung blamiert – und zwar weit über den konkreten Fall hinaus.

Wer schon an prominenten Orten so stümpert, dem möchte man die Stadt nicht anvertrauen. Auch solche Erkenntnisse können Wahlen entscheiden. Aber sie halten den Bürgersinn wach. Gut so.

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