Berlins Junglehrer : Gewerkschaftsheuchelei

Berlins Gewerkschaften profilieren sich auf Kosten junger Lehrer. Das sollte sie lieber lassen.

Susanne Vieth-Entus

Der Berliner Senat hätte gewarnt sein müssen. Von Anfang an hatten die Gewerkschaften ihren Unmut darüber geäußert, dass junge Lehrer auf einen Schlag genauso viel verdienen sollen wie ihre älteren und erfahrenen Kollegen. Deshalb war zu erwarten, dass der Hauptpersonalrat von seinem guten Recht Gebrauch machen würde, diese Vorgabe des Senats abzulehnen. Die beteiligten Verwaltungen für Inneres und Bildung hätten folglich frühzeitig ihre Hausaufgaben machen müssen. Haben sie aber nicht. Stattdessen stritten sie untereinander darüber, wer in den Genuss der opulenten Zulage kommen soll, und verloren kostbare Zeit, die jetzt fehlt, um die Gehaltszuzahlungen pünktlich über die Bühne zu bringen. Die Gewerkschaften sollten sich allerdings überlegen, ob es wirklich richtig ist, sich auf Kosten der jungen Lehrer derart zu profilieren. Schließlich waren sie es, die dem miserablen Tarifvertrag einst zugestimmt haben. Wenn sie sich nun über die vergleichsweise geringen Gehälter der älteren Lehrer empören, hat das etwas Scheinheiliges. Lieber sollten sie versuchen, bei den nächsten Tarifverhandlungen einen besseren Job zu machen. sve

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